Am Vorkonferenztag der Landwirtschaftlichen Tagung 2026 trafen sich Fach- und Arbeitsgruppen der weltweiten biodynamischen Bewegung, um sich zu vernetzen und in konzentrierter Atmosphäre zentrale Zukunfts- und Fachfragen zu vertiefen. Eines der Hauptziele des Vorkonferenztages war die Einführung der neuen Onlineplattform des biodynamischen Netzwerks auf Basis von HumHub. Sie schafft einen digitalen Begegnungsraum für Austausch, Wissenstransfer und Zusammenarbeit – gewissermassen ein soziales Netzwerk für Biodynamiker:innen weltweit. Hier können sich Mitglieder der internationalen Bewegung vernetzen, Projekte gemeinsam weiterentwickeln und auch zwischen physischen Treffen kontinuierlich an gemeinsamen Themen arbeiten.
Der Vormittag war den Multiplikatoren gewidmet. Berater:innen diskutierten die Veränderungen der Peer-Review-Plattform und evaluierten Möglichkeiten zur Vernetzung und Kapazitätsaufbau. Die Ausbildenden haben sich dem Thema Zusammenarbeit verschrieben: Was bedeutet Zusammenarbeit für jede:n Einzelnen, was bringt sie einer Gruppe und der Bewegung? Was sind die Visionen und Ideen für eine zukünftige Zusammenarbeit?
Die biodynamisch Forschenden blickten auf die erfolgreiche Forschungstagung an der Royal Agricultural University in Cirencester im vergangenen September zurück. Inzwischen sind sämtliche Beiträge in einem Sammelband erschienen. Am Nachmittag ging es weiter mit einem Vergleich verschiedener Langzeitstudien (siehe DOK-Versuch) sowie einem ersten Austausch zu einem internationalen Experiment zu den biodynamischen Präparaten.
Im Wirtschaftskreis stand der Handel im Mittelpunkt: Welche Handelsformen wirken heute sozial vertrauensbildend und heilsam für Mensch und Umwelt? Welche Qualitäten zeichnen sie aus – und welche Haltungen und Strukturen braucht es, damit der Handel seine soziale Kraft entfalten kann? Gerade im Biobereich zeigt sich, dass bisherige Modelle zunehmend an Grenzen stossen. Neue Allianzen, neue Kommunikationswege und eine bewusst gestaltete assoziative Praxis sind gefragt. Wie können Produzent:innen und Konsument:innen auf einer neuen Beziehungsebene zueinanderfinden? Mit diesen Fragen traten die Teilnehmenden in einen lebendigen und inspirierenden Austausch.
Weitere Arbeitsgruppen trafen sich zu einer Diskussion zur «Community-Supported Economy (CSE)», zur gemeinsamen Arbeit an den sieben Lebensprozessen sowie zum Erleben von therapeutischem Duftwasser.
Der Abend stand ganz im Zeichen von Genuss und kultureller Vielfalt. 16 Initiativen aus aller Welt brachten biodynamische Spezialitäten mit – von sonnenverwöhnten Feigen aus Peru über aromatische Suppen aus China bis hin zu Joghurt in Demeter-Qualität aus der Schweiz. Über 160 Menschen kamen bereits am Vorabend der Landwirtschaftlichen Tagung zusammen, um diese Köstlichkeiten zu degustieren und sich auszutauschen. Tänzerische Beiträge und Projektpräsentationen von Stipendiat:innen aus Brasilien, Indien, Malaysia, Bali und Venezuela machten die internationale Lebendigkeit der Bewegung unmittelbar erfahrbar.
Wir danken allen Beitragenden und Teilnehmenden für diesen vielfältigen Tag und für ihr grosses Engagement!



