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  1. Sección de Agricultura

Mit Innovation gegen die grosse Trockenheit

Creado por Patrick Schellenberg | 05.08.2026 |   News
Claudia Meierhans und Markus Schwegler beschreiten neue Wege, um ihren biologisch-dynamischen Katzhof im Kanton Luzern gegen Klimaextreme zu wappnen.

Ein Bild, das sich aktuell vielerorts zeigt: Der Boden ist von der Sonne versengt, ausgetrocknet und hart wie Beton. Dann kommt endlich Regen – in Form eines heftigen Sommergewitters. Fatal: Ein Grossteil des lang ersehnten Wassers kann nicht versickern und bis zu den Wurzeln vordringen. Es fliesst an der Oberfläche ab und verschwindet in der Kanalisation.

Nicht so auf dem Katzhof von Claudia Meierhans und Markus Schwegler. Sie zeigen, wie sich ein Landwirtschaftsbetrieb gezielt auf ausgendehnte Trockenperioden und andere Wetterextreme einstellen kann. Das Ehepaar beschreitet neue Wege, um ihren Demeter-Betrieb in Richenthal im Kanton Luzern resilienter zu machen. Markus Schwegler sagt: «Die geniale Einzelmassnahme, mit der man die Auswirkungen des Klimawandels in den Griff bekommt, gibt es nicht. Wir setzen auf das Zusammenspiel verschiedener Elemente.»

Konkret sind es drei Massnahmen: gezieltes Wassermanagement, Permakultur und ein widerstandsfähiger Boden. Diese ganzheitliche Herangehensweise entspricht dem Verständnis der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Sie versteht die Bodenfruchtbarkeit und den sorgfältigen Umgang mit natürlichen Ressourcen als Grundlage einer langfristig resilienten Bewirtschaftung.

Wasser verteilen und speichern

Nachdem die hofeigene Quelle in trockenen Jahren deutlich weniger Wasser geführt hatte, stellten Claudia Meierhans und Markus Schwegler das Wassermanagement ihres Hofs komplett um. Im Zentrum steht das Keyline-Design. Die Idee ist bestechend: Auf den höher gelegenen Ackerflächen wird das Oberflächenwasser mittels Wassergräben, die entlang der Keylines verlaufen, zusammengeführt und in ein Speicherbecken geleitet. Dieses Wasser steht in Trockenzeiten für die Bewässerung im Gemüsebau zur Verfügung. Die Gemüsebeete sind als 75 Zentimeter schmale Streifen, abwechselnd mit fix begrünten Wegen, angelegt und folgen dem Keyline-Muster. Das Wasser vom Speicherbecken kann auch für die Bewässerung der Baumkulturen, die als Agroforstsystem entlang der Wassergräben gepflanzt sind, genutzt werden. Hier sieht Markus Schwegler sogar noch weiteres Ausbaupotenzial: «Genügend Wasserspeichermöglichkeiten sind für unseren Gemüsebau unverzichtbar. In diesen Bereich werden wir in den nächsten Jahren zusätzlich investieren.»

Der Hitzesommer 2026 ist der erste grosse Stresstest für das neue System. Markus Schwegler misst die Niederschlagsmengen auf dem Katzhof minutiös. Bis Ende Juli dieses Jahres fiel 50 Prozent weniger Regen als in den letzten elf Jahren durchschnittlich während der gleichen Messphase. Markus Schwegler bilanziert nüchtern: «Die extreme Trockenheit bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Potenzial unserer Massnahmen zeigt sich momentan sehr klar. Aber das beste Wassermanagement hilft nichts, wenn das Wasser fehlt. Da geht es uns wie allen anderen: Wir brauchen endlich Regen!»

Die Natur imitieren

Zusätzlich setzen Claudia Meierhans und Markus Schwegler auf Permakultur. Diese orientiert sich an natürlichen Ökosystemen und verfolgt das Ziel, landwirtschaftliche Flächen langfristig widerstandsfähig zu machen. Im Mittelpunkt stehen ein schonender Umgang mit dem Boden, der Aufbau von Humus sowie die Integration von Bäumen, Sträuchern und vielfältigen Mischkulturen.

Markus Schwegler hat auf den Ackerflächen Kastanienbäume und Holunder gepflanzt. Die Bäume sollen dereinst Schatten spenden und den Wind bremsen, damit der Boden nicht zu stark austrocknet und weggeweht wird. Markus Schwegler: «Heute denke ich mir, dass wir die Bäume schon viel früher hätten pflanzen sollen. Die Bäume sind noch zu klein, um Schatten zu spenden und ihre positive Klimawirkung voll zu entfalten. Im Gegenteil, ich muss sie bewässern, damit sie die Trockenheit überstehen.»

Humus speichert Wasser

Ein besonderes Augenmerk richtet Markus Schwegler auf den Aufbau eines widerstandsfähigen Bodens. Auf dem Katzhof wird dieser möglichst schonend bearbeitet und ganzjährig mit organischem Material bedeckt. Dadurch steigt der Humusgehalt, der Boden kann mehr Wasser speichern und bleibt auch in Trockenphasen länger feucht.

Dem Hornmistpräparat und der biodynamischen Kompostarbeit will Markus Schwegler in den nächsten Jahren noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Er ist überzeugt: «Humus ist unglaublich wertvoll in solchen Extremsituationen.»

Vielfalt als zentraler Wert

Markus Schwegler zieht Bilanz: «Unser Hof ist genauso ausgetrocknet wie alle anderen. Aber wenn der Regen endlich kommt, sind wir gut vorbereitet, um das Wasser optimal zu nutzen. Das erreichen wir mit dem Zusammenspiel von vielfältigen Massnahmen. Vielfalt ist für mich ein zentraler Wert, wenn es um die Resilienz geht: Vielfalt im Boden, auf dem Feld und bei den Klimamassnahmen.»

 

Hinweis

Die extreme Trockenheit der vergangenen Wochen in Europa setzt Pflanzen und Tieren stark zu. Besonders fatal: Durch die Trockenheit wächst das Gras kaum mehr. So fehlt wertvolles Futter – nicht nur jetzt, sondern auch im nächsten Winter. Denn die Produktion von Heu für den Wintervorrat ist weitgehend zum Erliegen gekommen.

Angesichts der angespannten Lage hat die Richtlinienkommission Anbau von Demeter Schweiz entschieden, den erlaubten Anteil an zugekauftem Futter vorübergehend zu erhöhen. Gemäss den Demeter-Richtlinien dürfen Landwirt:innen maximal 20 Prozent der Gesamtfuttermenge zukaufen. Nun sind vorübergehend 50 Prozent erlaubt.

 

Claudia Meierhans und Markus Schwegler, Foto: Raphaela Graf
Katzhof, Foto: Raphaela Graf
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Sección de Agricultura

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