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  1. Section d'Agriculture

Herzliche Einladung zur Landwirtschaftlichen Tagung 2027

Créé par Kalle Hübner | 21/10/2026 |   LWT-27
Mit der Intelligenz des Lebens arbeiten

Wenn wir unsere Arbeit mit dem Boden, den Pflanzen und den Tieren bewusst erleben, können wir eine tiefe Stimmigkeit empfinden, die uns das Gefühl vermittelt, eingebettet zu sein in die intelligenten Zusammenhänge des Lebens. Wir können intuitiv das Gefüge zyklischer, rhythmischer, sich selbst organisierender und heilender Lebenskräfte wahrnehmen, die nach Ausgeglichenheit und immerwährender Erneuerung streben. Was sind dies für Kräfte, mit denen wir bei unserer Arbeit mit der Erde in Beziehung treten? Wie können wir diese Lebensintelligenz erfahren, verstehen und mit ihr arbeiten?

In den letzten Jahren haben Fortschritte in der Biomforschung die Sicht der Wissenschaft auf das Leben revolutioniert. Das klassische Konzept von Lebewesen als voneinander getrennten Einheiten weicht einer integrativen Biologie, die das Leben als Netzwerke dynamischer Beziehungen versteht, die Boden, Pflanzen, Tiere, Menschen und Ökosysteme miteinander verbinden. Alle Teile des landwirtschaftlichen Organismus, vom Bodenmikrobiom bis zum Verdauungsmikrobiom bei Mensch und Tier, sind dabei miteinander vernetzt, kommunizieren und regulieren sich gegenseitig auf intelligente Weise durch die beteiligten Mikroorganismen – Bakterien, Viren und Pilze. So ist in der Biomforschung ein Bild entstanden von Lebewesen, die innerlich und äusserlich in rhythmischen Beziehungen zueinander stehen, mikrokosmisch wie makrokosmisch. Mit einer solchen integrativen Perspektive findet die aufstrebende Wissenschaft des Bioms eine Sprache, die der unsrigen entgegenkommt, ja resoniert mit unserem Verständnis des Lebendigen. 

Betrachten wir das Leben durch die Linse des Mikrobioms, so bekommen wir auch auf der physischen Ebene eine Antwort. Wenn wir jedoch nur auf das Physische schauen, verbleiben wir im Bereich der irdischen Intelligenz. Wir können unseren Blick aber weiten und fragen: Ist es nicht das Ätherische, das das Irdische organisiert? Und welche Intelligenz wirkt hinter dem Ätherischen, scheint durch dieses hindurch und findet im Mikrobiom vielleicht nur ihren physischen Ausdruck? Auf welcher Ebene entfalten sich aus geisteswissenschaftlicher Sicht die Wirkungen, wenn wir beispielsweise die biodynamischen Präparate ausbringen? Diesen Fragen wollen wir uns in einem Abendvortrag und einem Panelgespräch zu den Bildekräften widmen.

Der Michaelbrief, den wir an dieser Tagung bearbeiten, mag uns einen weiteren Hinweis geben. Er beschreibt das Verlorengehen der menschlichen Verbindung zur göttlich-geistigen Weisheit bis in unsere heutige Zeit hinein, in der wir nur das physische Werk sehen, während sich die Wirksamkeit der kosmischen Intelligenz uns nicht mehr erschliesst. Wir können heute gut nachempfinden, wie wir hineingestellt sind in eine solche intellektualisierte und reduktionistische Welt, und wollen die Bedeutung dessen in den Morgenveranstaltungen am Beispiel der künstlichen Intelligenz betrachten.

Unsere menschliche Intellektualität, losgelöst von ihrem ursprünglich göttlich-geistigen Ursprung, ermöglicht aber zugleich die Entfaltung unserer menschlichen Freiheit. Dadurch haben wir heute die Möglichkeit, unseren Zusammenhang mit dem göttlich-geistigen Ursprung aus ebensolcher Freiheit heraus wiederzufinden, durch das innerliche, herzliche Erfühlen und Einleben in die Taten Michaels.

Die Aufgabe des «herzlichen Erfühlens und Einlebens» aus dem Michaelbrief bringt uns zur Frage nach der rechten Erkenntnisarbeit auf dem Gebiet des Lebendigen. In der Biodynamik begegnen sich verschiedene Ansätze: naturwissenschaftliche Forschung, geisteswissenschaftliche Erkenntnisarbeit, goetheanistische und meditative Wahrnehmungsschulung und letztlich das praktische Tun, aus dem heraus eine Intuition erwächst. Gemeinsam können sie uns helfen, das Leben in seiner Wirksamkeit lebendig wahrzunehmen – im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry: «Man sieht nur mit dem Herzen gut».

Bei der Ernährung begegnet uns die Frage, wie wir die intelligente Wirksamkeit des Lebendigen erleben können. Man kann sie im Zusammenspiel des Mikrobioms entdecken – vom Acker über die Pflanzen bis hin zum Darm – ebenso wie in der weisen Regulation des Organismus, der auf Einflüsse von aussen reagiert. Kann es zu einer Erkenntnis werden, dass das Wesentliche in der Ernährung die Kräfte sind, mit denen uns die Lebensmittel anregen? Mit Methoden wie der Wirksensorik und geschulter meditativer Wahrnehmung kann die Wirkung von Nahrung auf den Menschen unmittelbar erfahren werden. Diese beiden Formen der Ernährung, aus Lebensintelligenz und Substanz, aus «Sonne und Erde», betrachten wir in der Abschlussveranstaltung.

In fünfzig Arbeitsgruppen wollen wir uns der Vertiefung und praktischen Umsetzung widmen, voneinander lernen, Best Practices austauschen und uns den aktuellen klimabedingten und wirtschaftlichen Herausforderungen stellen. Freuen Sie sich auf die aktive Mitarbeit in zwei Arbeitsgruppen Ihrer Wahl, neun Plenarveranstaltungen, eine Eurythmie-Premiere und einen festlichen Abend mit Menschen aus der weltweiten biodynamischen Bewegung.

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