Semences

Saatgut als Gemeingut

Grundlagen und Werkzeuge zur Umsetzung

Saatgut, das über viele Jahrtausende als Allgemeingut entwickelt wurde und für alle zugänglich war (open-source), ist heute von Privatisierung und Monopolbildung bedroht. Infolgedessen geht die agrarbiologische Vielfalt verloren, und die Innovationsentwicklung in der Pflanzenzüchtung wird stark eingeschränkt.

Mit dem vorliegenden Projekt werden die Möglichkeiten zur Realisierung des Open-Source Prinzips für Saatgut im Kontext aktueller gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen untersucht und Alternativen entwickelt.

Das Thema wird von zwei Arbeitsgruppen in zwei Teilprojekten behandelt. Projekt A (Sektion für Landwirtschaft, Goetheanum) untersucht, wie die Art der Nutzpflanze, die Züchtungsintensität und der gesellschaftliche Kontext die Entwicklung von Open-Source Konzepten beeinflussen. Projekt B (AGRECOL) untersucht, inwieweit sich das Copyleft-Prinzip aus der Informatik auf Saatgut übertragen lässt. Gemeinsam widmen sich A und B der Sicherstellung und Finanzierung von Gemeingüter basierter Züchtung.

Johannes Kotschi, Johannes Wirz, Ueli Hurter, Peter Kunz

Studie "Saatgut - Gemeingut - Züchtung als Quelle von Realwirtschaft, Recht und Kultur

Ein Auszug aus dem Vorwort:

„Saatgut ist Gemeingut“ dieser Slogan kam vor wenigen Jahren als Reaktion gegen die Machtentfaltung der schnell fusionierenden Saatgutindustrie auf, insbesondere durch die Patentierung von Sorten. Ist der Slogan nur ein emotionaler Ausruf oder ist er eine realisierbare Aussage? Diese Frage stand am Ausgangspunkt dieser Studie: Wie kann Saatgut und der Prozess des Züchtens rechtlich und wirtschaftlich so verstanden und gehandhabt werden, damit «Gemeinnützigkeit» im besten Sinne des Wortes zum Tragen kommt?

Ganze Studie als Datei

Die Studie können Sie für 17 Franken / 15 Euro plus Versandkosten bei der Sektion für Landwirtschaft beziehen: sektion.landwirtschaftnoSpam@goetheanum.ch