Rudolf Steiner Schule Mbagathi in Nairobi

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Sobald man in der Rudolf-Steiner-Schule in Mbagathi angekommen ist, verblasst der gesamte Verkehrslärm aus den Vororten Nairobis hinter einem. Man betritt einen sicheren Raum, umgeben von Bäumen und Hecken, gepflanzt vor vielen Jahren. Man hört Vögel singen und geht einen Weg entlang eines riesigen Fussballfeldes, auf dem die Milchkühe zwischen den spielenden Kindern grasen.
Rose mit den Kindern im Schulgarten (Foto: Lin Bautze)

Sobald man in der Rudolf-Steiner-Schule in Mbagathi angekommen ist, verblasst der gesamte Verkehrslärm aus den Vororten Nairobis hinter einem. Man betritt einen sicheren Raum, umgeben von Bäumen und Hecken, gepflanzt vor vielen Jahren. Man hört Vögel singen und geht einen Weg entlang eines riesigen Fussballfeldes, auf dem die Milchkühe zwischen den spielenden Kindern grasen.

Diese Szenerie war nicht immer so. Als die Schule 1989 eröffnet wurde, sah sie sich vielen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen gegenüber. Der Bauernhof ist immer noch das Herz und Zentrum der Schule. Seine harten, schwarzen Böden wurden von Anfang an biologisch bewirtschaftet. Im Jahr 2016 stellte der Betrieb auf biologisch-dynamische Praktiken um. Kompostieren, Präperatearbeit, Bäume und Sträucher integrieren und Nährstoffkreisläufe schließen, sind zentrale Elemente der Produktion. Auf diese Weise wird der Boden so bewirtschaftet, dass er den grössten Teil der Nahrung für die Kinder produziert. Von den insgesamt 8 ha des Schulgeländes werden 4,5 ha für die Produktion von Mais, Kuhmilch und Gemüse wie Bohnen, Kartoffeln, Spinat und Karotten genutzt.

Neben der Selbstversorgung und der Produktion von Nahrungsmitteln für die 340 Kinder ist auch die Bildung ein wesentlicher Aspekt des Betriebs. Vom Kindergarten bis zur 9. Klasse erhalten alle Kinder auch Unterricht in Gartenarbeit und Landwirtschaft. Sie lernen den Wert von Lebensmitteln kennen und erfahren, wie sie ohne den Einsatz von Pestiziden oder Agrochemikalien, angebaut werden können. Wenn sie die Schule verlassen, bauen die meisten von ihnen zu Hause weiterhin ihr eigenes Gemüse biologisch an, wie Rose Ingala, die Gartenlehrerin, erklärt. Der Bauernhof ist nicht nur ein Lernzentrum für die Kinder, sondern auch für (andere) Lehrer und Menschen aus der landwirtschaftlichen Praxis. Wenn die Kinder Schulferien haben, wird der Betrieb für die Ausbildung in biologisch-dynamischer Landwirtschaft und Waldorfpädagogik für Lehrpersonal und Praktiker aus ganz Afrika genutzt. Auf diese Weise kann der Kreislauf von Produktion, Konsum und Verwertung der vor Ort anfallenden Lebensmittelabfälle, aufrechterhalten werden.

80% der Kinder kommen aus wirtschaftlich benachteiligten Familien, in denen Armut viele Aspekte ihres Lebens betrifft. Hier - in der Schule - erleben, spüren und lernen die Kinder die Wichtigkeit der Produktion von Lebensmitteln und deren Konsum. Dieser Ort hilft ihnen auch dabei, ihre oft schwierigen Familiengeschichten zu überwinden und gibt ihnen Kraft, ihren eigenen Weg in eine bessere Zukunft zu finden. Als „Naturmedizin“ bezeichnet Mercy Njoki den Zusammenhang von Gemüseproduktion, Bäumen, Sträuchern und Kühen im Schulorganismus. Eine heilende Nahrung für die Kinder.

Wenn Sie sich für die Schule, ihr Patenschaftsprogramm und den Schulgarten interessieren, besuchen Sie bitte: http://www.steinerschoolmbagathi.co.ke/

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