Ernährung

Laufend sind neue Diäten im Gespräch. Was soll man essen? Vegan, Paleo, möglichst wenig Kohlenhydrate und jeden Morgen ein Smoothie oder doch das Frischkornmüesli? Es gilt, die Urteilsfähigkeit und innere Orientierung zu stärken, damit wir unsere Ernährung unabhängig von Diätvorschriften und Werbeaussagen gestalten können.

Die Frage, welche Ernährung der Mensch für seine gesunde, seelisch-geistige Entwicklung braucht, ist mit der Koordinationsstelle in der Sektion für Landwirtschaft angesiedelt und schliesst eine Lücke im bisherigen Arbeitsfeld am Goetheanum und in der biodynamischen Bewegung.

Die Gesundung von Mensch und Erde hört nicht bei der Ernte der Demeter-Lebensmittel auf. Die Verarbeitung (wieviele Zusatzstoffe sind erlaubt, welche Technologie wird eingesetzt), der Handel (fair oder möglichst billig), die Zubereitung (Kochen mit Liebe ist nicht nur ein Sprichwort, sondern schmeckbar) und die Art, wie gegessen wird (Tisch schön gedeckt, in Gemeinschaft), gehören zur Ernährungskultur. Es ist notwendig, das Bewusstsein für solche Zusammenhänge zu wecken. Denn das Essverhalten bestimmt, wie Pflanzen angebaut und Tiere gehalten werden.

Zum Arbeitsprogramm gehören interdisziplinäre Studientage für unterschiedliche Zielgruppen zu Themen wie Ernährung und Erziehung, Ernährungsqualität in der Züchtung, aber auch zu einzelnen Lebensmitteln wie Milch oder Weizen. Bei der Frage von Allergien auf Milch werden zum Beispiel Aspekte von Landwirtschaft und Verarbeitung, Medizin und Pädagogik beleuchtet.

Seit Juni 2016 baut Jasmin Peschke, Ernährungswissenschaftlerin, die Stelle auf. Ihre ersten Aufgaben sind neben bekannt zu werden, Kontakte zu knüpfen, eine Internetpräsenz einzurichten und erste Veranstaltungen, wie die Studientage oder eine Schulung für Köche in der Gemeinschaftsverpflegung, durchzuführen.

Kontakt

Dr. Jasmin Peschke

Tel.: +41 61 706 4132
Mail: nutritionnoSpam@goetheanum.ch

Veranstaltungen

Sektionskreis Ernährung

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Prinzipien

Ausgehend von der Überzeugung, dass alle sinnlich wahrnehmbaren, materiellen Dinge Ausdruck einer (unsichtbaren) Idee sind und dass diese Ideen erkennbar sind, ist die Ernährung des Menschen ebenso ein Zusammenwirken von Sichtbarem und Unsichtbarem, von Nährstoffen und Kräften. So geht es darum, dieses zunächst Unsichtbare wie das Sichtbare wahrnehmen zu lernen und auf die Fragen der Ernährung anzuwenden.

Der Mensch ernährt sich von Lebensmitteln, die auf der Erde erzeugt werden, weil er ein Erdenwesen ist und sich deshalb mit der Erde auseinandersetzen muss. In der Verdauung werden die Nahrungsmittel dem Stoff und ihrem Wesen nach verdaut und abgebaut, dies ist die Voraussetzung für den individuellen, körpereigenen Substanzaufbau sowie für die Anregung der Kräfte, die dafür nötig sind.

Die Ernährung fördert den Menschen in der Entwicklung seiner schöpferischen und denkerischen Fähigkeiten als Grundlage für sein Tätigsein.

Grundsätze

Die Ernährung des Menschen beginnt bei der Erzeugung der Lebensmittel, und sogar bei der Frage des Saatgutes. In der biodynamischen Landwirtschaft wird eine gesunde Erde auf gesunden Böden in gesunder Landschaft gepflegt. Daraus entstehen gesunde Lebensmittel von der Erde auf den Teller.

Durch die bewusste Gestaltung der Wertschöpfungskette vom Saatgut über Anbau, Verarbeitung und Handel bis zur Zubereitung, Esskultur und Tischgemeinschaft werden immaterielle Werte wie soziale Beziehungen und Verbindlichkeit erzeugt.

Die Verwandlung von Lebensmitteln in der Verarbeitung bzw. Zubereitung berücksichtigt die Erhaltung der Nährstoffe aber auch die nicht wägbaren Qualitäten wie Wärme, Licht, Reife und Schönheit.

Der Mensch ernährt sich von den Früchten der Erde aber auch von seinen Sinneseindrücken wie Aroma und Duft der Lebensmittel und dem Wohlbefinden nach der Mahlzeit wie auch zum Beispiel vom Erleben einer Landschaft. An der inneren Reaktion auf die Sinneswahrnehmungen bildet er seinen Leib. So wie das Auge die Sonne nur sehen kann, weil es sonnenhaft ist (Goethe).

Der Mensch als soziales Wesen wird außerdem durch die Mahlzeit in Gemeinschaft ernährt und gebildet, weil er an Begegnungen wächst.

Umsetzung

Jeder Mensch ist ein Individuum, deshalb kann es keine allgemeingültigen Ernährungsregeln geben. Die bewusste Wahrnehmung, was gegessen wird, wie es aussieht, schmeckt und verträglich ist – achtsames Essen – ist der erste Schritt, Sicherheit in der individuellen Ernährung zu gewinnen.

Die verschiedenen Getreidearten bilden die Grundlage für eine gesunde Kost.  Das Getreide enthält einerseits Nährstoffe in ausgewogenem Verhältnis (Kohlenhydrate, Eiweiss, Fett, Mineralstoffe etc.) und andererseits Kräfte aus Licht und Wärme, dem es sich im Wachstum entgegen streckt und die Schwerkraft überwindet. Diese Qualitäten braucht der Mensch für sein Menschsein und sein Denken.

Die funktionelle Dreigliederung des menschlichen Organismus in Nerven-/Sinnes-, Rhythmisches - und Stoffwechsel-/Gliedmaßen-System steht in Beziehung zu Wurzel, Stängel/Blatt und Blüte/Frucht der Pflanzen und kann jeweils zur Unterstützung der korrespondierenden Bereiche angewendet werden.

Saisonal und regional erzeugte Lebensmittel unterstützen das Miterleben der Jahreszeit und die Wirkung der Landschaft, in der der Mensch lebt. Weil er gleichzeitig ein global vernetztes Wesen ist und andere Länder schmecken möchte, geschieht dies auf Basis von Verbindlichkeit und Brüderlichkeit mit den Handelspartnern.

 

Was uns ernährt - Die Mahlzeit als Begegnungszone:

Stoffe - Aktivität - Begegung/Wahrhaftigkeit - Wärme und Licht
Jasmin Peschke hat im Sommer 2018 in der Wochenschrift des Goetheanum fünf Kurzbeiträge zum Thema veröffentlicht:
Link zum PDF

 

 

Fortbildungsangebot

Ernährung – dynamisch betrachtet

Themen

  • Die dynamische Qualität der Ernährung
  • Neue Lebensmittel
  • Reife, Licht- und Wärmequalität der Nahrungsmittel
  • Untersuchung der Lebensmittelqualität

Mit Verkostung zur Erfahrung von Qualität und individueller Gruppenarbeit zur 
praktischen Umsetzung im Alltag.

Auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Programm.
Inhouse bei Ihnen oder am Goetheanum (mit Besichtigung).

Termine und Kosten auf Anfrage. Sprachen: Deutsch oder Englisch.

Kontakt: jasmin.peschkenoSpam@goetheanum.ch 

Sektionskreis Ernährung

Das Thema Ernährung wird am Goetheanum von einem Arbeitskreis bearbeitet der aus einem Zusammenschluss der Medizinischen Sektion, der Sektion für Landwirtschaft und dem Arbeitskreis für Ernährungsforschung, sowie weiteren engagierten Menschen besteht. Der Sektionskreis Ernährung trifft sich zwei mal im Jahr am Goetheanum.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Jasmin Peschke

Links zu den Websites der beteiligten Institutionen:

Arbeitskreis für Ernährungsforschung

Links

Arbeitskreis für Ernährungsforschung
http://www.ak-ernaehrung.de/

Forum für zeitgemässe Ernährung
http://www.forum-ernaehrung.ch/

Vergangene Veranstaltungen

Sektionskreis Ernährung

Was ernährt uns wirklich?

Internationale Ernährungstagung 2014

Ernährungstagung 2010