Sommeruni 2013

Die Sommeruni 2013 wird vom 29. Juli bis 10. August in Dornach und im Lötschental stattfinden. Dieses Jahr wird die Sommeruni auf Englisch gehalten.

Die Sommeruni ist eine 2-wöchige Veranstaltung für Studenten und Interessierte an der Goetheanistischen Naturwissenschaft. Die erste Woche am Goetheanum ist geprägt von Vorträgen, Experimenten und kleinen Exkursionen welche eine theoretische und prakitsche Grundlage und Einführung in die goetheanistische Naturwissenschaft bieten. In der 2. Woche haben die Teilnehmer die Gelegenheit ihr eigenes Forschungsprojekt im Lötschental zu entwickeln.

 

Bericht Sommeruni 2012

 

Vom 23. bis zum 27. Juli 2012 haben wir von der Naturwissenschaftlichen und der Sektion für Landwirtschaft die Sommeruni wieder gemeinsam durchgeführt. Die Teilnehmenden waren zufrieden, begeistert, erfrischt. Jean-Michel Florin, der vom Sektionsleitungs-Team für die Fortbildungen zuständig ist, war, neben Johannes Wirz von unserer Seite, tragende Säule.

Seit zwei Jahren halten wir, dank Jean-Michels Herkunft, den Kurs zweisprachig: Deutsch-Französisch. Darunter leiden weder Stoff noch Redner. Über Zeitmangel zu lamentieren ist unnötig, so eine Teilnehmerin in der Feedback-Runde. Man macht, was möglich ist, man lernt präsent und flexibel zu sein. So war der Kurs für alle Lebenspraxis in Geistesgegenwart.

 

Die zwölf TeilnehmerInnen hatten fast alle erstmals Kontakt mit dem Goetheanum und derAnthroposophie. Was lockte sie am Goetheanismus? Das wenig spezifische Thema „Lebendiges Verstehen – Die Welt von Mineral, Pflanze, Tier und Mensch entdecken und erleben“ wohl kaum?! Doch! Zumindest war das der Tenor der Teilnehmenden. Viel Praxis, Naturbetrachtungen, Übungen, aber auch das Verlebendigen von Texten und Theorie: eine gediegene Einführung in Anthroposophie, entlang der Grundschriften Steiners hin zum lebendigen Verstehen der Welt. Es wurde sehr geschätzt, Phänomene unter Anleitung zu entdecken und erst am nächsten Morgen, anhand von Texten (Grundlinien, GA2) und anschliessenden „Labor-Versuchen“ begrifflich zu bearbeiten und zu vertiefen.

 

Um das Denken in Bewegung zu bringen haben wir morgens mit geometrischen Vorstellungsübungen angefangen. Weiter ging es mit Goethes Aussage, dass der Ideen-Anteil in den Naturreichen verschiedenartig „inkarniert“ ist. Die unorganische Natur geht noch ganz in ihrem Ideen-Gehalt auf, die Naturgesetze offenbaren sich rein äusserlich. Schon die Pflanze ist anders erlebbar, die Typusidee ist in jedem Organismus anwesend und sinnlich-übersinnlich erfassbar. Das Tier zeigt in seinem Verhalten „Innerlichkeit“ und weist damit über sich hinaus. Im Menschen kommt Natur zur Selbstreflektion. Zur seelischen Vertiefung gab es abends eine Einheit zur „Meditativen Praxis“, welche dankbar aufgenommen wurde.

 

Bei der intensiven Diskussion was Wahrnehmung, was Begriff ist, entstanden brennende Fragen an die Natur. Dreissig Minuten intensive Beobachtung einer Feuerwanze am Felsli ermöglichte, die Lebenswelt eines Tieres zu empfinden. Dies konnte zum „Aha“ Erlebnis führen: Tiere beseelen die Landschaft! Und der Mensch? Er findet sich in allem wieder, wenn er Spuren in der Landschaft hinterlässt – etwa mit der Gestaltung des Felsliwegs oder des Goetheanums. Vermag er sich darin selbst zu erkennen, eingedenk seiner moralischen Verbundenheit mit der Welt, die er vorfindet, nutzt, aufgreift und wandelt? Diesen Prozess haben die Teilnehmer äusserlich durch die Tagungsgestaltung, und innerlich im seelischen Miterleben der Naturreiche vollzogen und fühlten sich erfrischt. A propos Erfrischung, wir nutzten einen heissen Sommerabend für ein Bad im Rhein, Ernst und Leichtigkeit hielten sich die Waage. So gehörte auch eine Nachtwanderung zum Programm: Sonnenuntergang auf dem Gempen, dann Wanderung im Dunkeln zur Schauenburgflue, wo beim alten keltischen Sonnenheiligtum übernachtet wurde, um den Sonnenaufgang zu erleben.

 

Am Ende waren viele erstaunt, warum nur zwölf Teilnehmer kamen, und die 2. Woche, die der Vertiefung und eigenständigen Projekterfahrung im Lötschental in den Alpen gewidmet wäre, mangels Anmeldungen ausfallen musste.


Wenn ich den Freunden in den Pausen der Mysteriendramen von der Sommeruni vorschwärme, hören sie erstaunt zu. Die Dramen und Goethes Wissenschaft als eine Grundlegung der Anthroposophie (so nennt sie Steiner in GA 1), scheinen nahe verwandt. Dr. Strader, einer der Protagonisten, der wie kein anderer Religion, Wissenschaft und Kunst in seiner Biographie auf der Grundlage strengen Denkens vereint, ist geistiges Urbild der Sektionstätigkeit. Nur waches Interesse am Schicksal der Anderen, an allen Lebewesen und an der Welt lässt eine Befruchtung der gegenseitigen Bestrebungen zu. Das war von allen Beteiligten erlebbar und trägt. - Bis nächstes Jahr, hoffentlich dann mit zwei Wochen inkl. Lötschental.


Um die Zeit zu überbrücken und aufgrund von Anregungen der Teilnehmenden planen wir Wochenendkurse zur Vertiefung. Bei Interesse gerne melden: science@goetheanum.ch


Renatus Derbidge, Naturwissenschaftliche Sektion

 

Sommeruniversität / Université d'été in Dornach und im Lötschental

 

vom 23. Juli bis 4. August
Lebendiges verstehen - Comprendre le vivant

Entdecken und Erleben von Mineral, Pflanze, Tier und Mensch
Découvrir le minéral, le végétal, l'animal et l'être humain

Naturwissenschaftliche Sektion und Sektion für Landwirtschaft

Infos: www.forschungsinstitut.ch
Kontakt: science(AT)goetheanum.ch

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