Neue Wirtschafts- und Sozialgestaltung

Änder Schanck

Man kann eine ökologische oder biologisch-dynamische Landwirtschaft, nur dann einigermaßen mit Erfolg im größeren Maßstab umsetzen kann, wenn gleichzeitig die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, in die die Landwirtschaft insgesamt eingebunden ist, in den Blick genommen werden und versucht wird, zumindest ansatzweise mitzugestalten. Die biologisch-dynamische Bewegung hat schon sehr früh im letzten Jahrhundert versucht, mit Richtlinien und einer Demeter-Kennzeichnung der Produkte die rechtliche Basis zu schaffen, damit auf diesem Wege erzeugte Lebensmittel zu den Kunden finden.

Rudolf Steiner weist 1922 in dem von ihm gehaltenen Nationalökonomischen Kurs darauf hin, dass die Arbeitsteilung durchaus zeitgemäß und volkswirtschaftlich dem Selbstversorgungsprinzip überlegen sei. In demselben Kurs betont er aber auch deutlich, dass die Landwirtschaft selbst eine Ausnahme in dieser Beziehung darstellt und sie sich sehr wohl, um gesund zu bleiben, in vielen Dingen selbst versorgen müsste. Er hat sich dann eindringlich dafür eingesetzt, dass man im Rahmen seiner Darstellungen und Forderungen zur Dreigliederung des sozialen Organismus, dieser modernen Wirtschaftsentwicklung mit sogenannten Assoziationen begegnen müsste. Die Akteure des Wirtschaftslebens, er nennt sie in der Regel Vertreter von Produktion, Handel und Konsumtion, müssten sich zusammenfinden, um gemeinsam die sie betreffenden Dinge zu regeln. Er begründet das unter anderem damit, dass im Sozialen jedes Einzelurteil falsch sei. Er drängt immer wieder darauf, über diese Assoziationen Vernunft und Gemeinsinn in den an sich blinden Markt zu bringen.

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