Saatgut & Biodynamische Pflanzenzüchtung

Peter Kunz

Die Pflanzen sind vom Wesen her viel mehr als das, was die heutige Wissenschaft in ihnen sieht. Das reduktionistische Denken sieht sie als komplizierte biologische Mechanismen. Pflanzen sind Lebewesen, die aus dem Bezug zu anderen Elementen in ihrer Umwelt leben, Substanz bilden und sich diesen Beziehungen entsprechend ausgestalten. So werden sie zum qualitativen Bild ihrer Umwelt. Es gehört zu den wichtigen biodynamischen Zuchtzielen, diese Anpassung der Pflanzen an die spezifischen Standortbedingungen der Höfe zu ermöglichen.

Saatgut ist ein essenzielles Gut. Ohne Saatgut wächst keine Ernte heran. Alle Landwirte und Gärtner benötigen es für die Erzeugung der verschiedensten Produkte. In den Industrieländern ist es längst zur Regel geworden, dass es als Produktionsmittel zugekauft wird; nur noch selten und auch nur bei den einfach vermehrbaren Arten wird das Saatgut von den Landwirten selbst erzeugt.

Die Sorten die durch die konventionelle Züchtung entstanden, halten ihre Versprechungen oft nur innerhalb des Gesamtsystems einer industriellen Landwirtschaft mit allen verwendeten Hilfsmitteln (Düngung, Unkrautbekämpfung, Pflanzenschutz, Wachstumsregulatoren usw.). Die Landwirtschaft musste sich oft an die neuen Industriesorten anpassen. Jede ökologische Landwirtschaft, die auf diese Hilfsmittel bewusst verzichtet, braucht demgegenüber Pflanzensorten, die unter den meistens nicht optimalen Anbaubedingungen gut gedeihen, gegenüber Schädlingen und Krankheiten widerstandsfähig sind und dennoch gute Erträge und die gewünschte hohe Nahrungsqualität bilden.

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