Landwirtschaftliche Tagung 2015

Wie gehen wir würdig mit den Tieren in die Zukunft?

Landwirtschaftliche Tagung am Goetheanum vom 4. 7. Februar 2015

Die Tiere in der Landwirtschaft erbringen in vieler Hinsicht eine beispiellose Leistung. Die Tierhaltung steht heute jedoch vor grossen Herausforderungen. Dies betrifft erstens das ethische Verhältnis zu den Tieren, zweitens die Erkenntnis des Wesens und der Aufgabe der Tiere und drittens den betrieblichen Alltag. 

Vor dem Hintergrund der Massentierhaltung wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, eine gesellschaftliche Akzeptanz für eine vernünftige Nutztierhaltung zu finden. Jede Nutzung der Tiere wird als Ausnutzung empfunden. Bedenken wir aber die Jahrtausende währende Partnerschaft von Mensch und Tier, bedeutet dies eine Abwendung gegenüber dem kulturtragenden Bilde „Bruder Tier“. Wir stehen vor der Frage: Wie gehen wir würdig mit den Tieren in die Zukunft?

Um dies zu beantworten, müssen wir uns fragen: Was für Wesen sind die Tiere? Was ist ihre Aufgabe? In vieler Hinsicht dem Menschen verwandt, evolutiv mit uns verschwistert, hat das Tierreich in seiner ungeheuren Vielfalt und gleichzeitig Spezialisierung die leibliche Grundlage für den Menschen vorgebildet. Dieser hat als geistig entwicklungsfähiges Wesen die Verantwortung für die Tiere. „Bitte zähme mich“ sagt der Fuchs zum kleinen Prinzen, was so viel heisst wie: nimm mich in deine Kulturentwicklung auf. Sind wir fähig dies heute landwirtschaftlich und gesellschaftlich zu realisieren?

In der Natur und auf den Höfen schaffen die Tiere Lebensräume. Jede Tierart fordert und fördert ihr Habitat. Wie können wir das Zusammenleben auf den Höfen so realisieren, dass die Landwirtschaft ein „Kulturbiotop“ für die Tiere wird? Konkret: Wie schaffen wir die 24-Stunden/7-Tage-Betreuung? Wie rechnet sich eine Kuhhaltung? Gibt es züchterische Möglichkeiten, eine Hof-Herde zu entwickeln?

Das sind die Fragen, die wir an der Landwirtschaftlichen Tagung in Vorträgen, dialogischen Workshops, in Forschungsberichten und Erlebnisskizzen gemeinsam bearbeiten werden. Dabei werden neueste Entwickelungen aus aller Welt vorgestellt, die Inspiration für unser Leben und unsere Arbeit mit den Tieren sein können.

Die Tagung ist öffentlich; wir heissen alle Interessierten willkommen. Alle Beiträge werden in die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch simultan übersetzt. 

Intensivwoche 2015

Die nächste Intensivwoche "Zukunft gestalten" für VerantwortungsträgerInnen der biologischen und der biodynamischen Bewegung findet vom 11.-16. Januar 2015 statt. Die Intensivwoche wird zum ersten mal auf Deutsch und Englisch abgehalten. Für weitere Informationen oder um sich anzumelden klicken Sie bitte hier.

Neuerscheinung der Sektion

Zur Aufgabe der Sektionen der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum – Eine Betrachtung aus dem Erfahrungshintergrund der Sektion für Landwirtschaft

von Manfred Klett

Am 4. Februar 2013 hat sich Manfred Klett aus dem Vertreterkreis verabschiedet. Wir baten ihn zum Abschied einen Vortrag zu seinem Bild der Aufgabe der Sektionen zu halten. Diese Darstellung ist die Frucht einer jahrzehntelangen Forschung angesichts der Lebensrealitäten und angesichts des uneingelösten Vermächtnisses von Rudolf Steiner. Aus dieser Darstellung ergeben sich Konsequenzen für den Gesamtorganismus der Hochschule und der Sektionen.

Wir haben Manfred Klett gebeten sein Bild der Aufgabe der Sektionen schriftlich zu fassen, sodass es vermehrt mit anderen Bildern und Darstellungen ins Gespräch treten kann. Aus diesem Manuskript ist rechtzeitig zu Pfingsten 2014, 90 Jahre nach dem Koberwitzer Impuls von 1924, ein Büchlein entstanden.

Das Buch kostet 10 CHF / 8 € und ist auf Anfrage bei der Sektion erhältlich.
Format: 14.5 x 21 cm, 40 S.

Neuerscheinung: "Agrikultur für die Zukunft"

Agrikultur für die Zukunft

Biodynamische Landwirtschaft heute.
90 Jahre Landwirtschaftlicher Kurs Koberwitz

Ueli Hurter (Hg.)

Der «Landwirtschaftliche Kurs», 1924 von Rudolf Steiner gehalten, hat einen neuen Impuls für die Landwirtschaft ins Leben gerufen: Eine ganzheitliche Landwirtschaft, die aus modernem Ansatz direkt mit den Lebensprozessen der Natur arbeitet und dadurch der Kultivierung der Erde eine neue Zukunft erschliesst. Aus den ersten Anfängen ist in den 90 Jahren eine weltweite Bewegung entstanden. Diese wird in dem Buch von je aktuell kompetenten Autoren vielfältig dargestellt mit Beiträgen: Die historische Entwicklung – Der landwirtschaftliche Betrieb in seiner Ganzheit – Naturwissenschaftliche Versuchsresultate – Neue Methoden der Forschung – Düngung, Kompostierung, Präparate – Landschaftsgestaltung – Subtropische und tropische Landwirtschaft – Saatgut – Konstellationsforschung – Bienen – Weinbau – Qualität in der Ernährung – Demeter, ein weltweit vernetztes Label – Ausbildungen – Soziale Landwirtschaft – Sozialgestaltung, Bodenrecht, neue Formen der Vermarktung - Herausragende Beispiele aus allen Kontinenten.
Die Dokumentation gibt einen Überblick über die Kerngedanken der biodynamischen Landwirtschaft und die Vielfalt wie diese sich in den 90 Jahren seit Koberwitz in der weltweiten biodynamischen Bewegung ausgestaltet haben.

Verlag am Goetheanum
ISBN 978-3-7235-1508-2

Die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum

Die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum ist eine von elf Sektionen der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum, Dornach/Schweiz. Die Sektion für Landwirtschaft trägt aus anthroposophischer Geisteswissenschaft zur Entwicklung der Landwirtschaft bei. Die wichtigsten Aufgaben der Sektion für Landwirtschaft sind die Koordination und das Impulsieren der biodynamischen Bewegung weltweit.
Die biodynamische Landwirtschaft (auch biologisch-dynamische Landwirtschaft genannt) wurde 1924 durch einen Vortragszyklus von Rudolf Steiner, dem “Landwirtschaftlichen Kurs”, geboren. Heutzutage wird biodynamische Landwirtschaft weltweit praktiziert, und über 150.000 Ha Land sind Demeter-zertifiziert. Das Gedankengut, das der biodynamischen Landwirtschaft zugrunde liegt, hat viele der Landwirtschaft nahe liegenden Gebiete inspiriert: Landschaftsgestaltung, Ernährung, Sozialtherapie, Bienenhaltung, Weinbau und viele mehr. Auch haben sich aus der biodynamischen Bewegung, unter anderem, neue Forschungsmethoden, neue Wirtschaftssysteme für die Landwirtschaft und neue Formen des Landbesitzes entwickelt.
Um mehr über die biodynamische Landwirtschaft zu erfahren, können Sie unsere Website erkunden, eines unserer empfohlenen Bücher lesen, einen biodynamischen Verein in Ihrer Nähe kontaktieren oder zu einer Veranstaltung der Sektion für Landwirtschaft kommen. Die Landwirtschaftliche Tagung, die jährlich Anfang Februar stattfindet, ist ein guter Ort um die biodynamische Bewegung kennen zu lernen.