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Stellungnahme der Sektion für Landwirtschaft zum Memorandum und zum Offenen Brief der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften zur deutschen Novelle des Gentechnik-Gesetzes

Die Debatte um die Novelle des deutschen Gentechnik-Gesetzes zur Regelung der Koexistenz haben viele Wissenschaftsorganisationen mit öffentlichen Stellungnahmen begleitet.

Das Anfang September erschienene Memorandum und der begleitende Offene Brief der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften sowie bereits früher erschienene Stellungnahmen der DFG und der Leopoldina zum Deutschen Gentechnikgesetz bedürfen einer klaren Gegen-Stellungnahme, denn

- sie sind in sich widersprüchlich, da sie zwar ein Risiko beim Anbau von GVO ausschliessen und als irrational abtun, gleichzeitig aber an ihrer Stellung zur Haftungsfrage deutlich machen, dass sie ein untragbar hohes wirtschaftliches Risiko durch Auskreuzung sehen.

- sie sind undemokratisch, da sie implizit fordern, das von ihnen als untragbar angesehene Risiko der grossen GVO ablehnenden Bevölkerungsgruppe gegen deren ausdrücklichen Willen aufzubürden.

- sie schaden der Rolle der Wissenschaft, indem sie ihr Urteil eindeutig mit ausserwissenschaftlichen privatwirtschaftlichen Interessen verbinden.

- sie schaden der Forschung, indem sie deren eigenständige Bedeutung herunterspielen und unzweideutig an die Bedingung einer breiten industriellen Anwendung mit hohem ökologischen und ökonomischen Risiko knüpfen.

- sie missachten die Rolle, die andere Wissenschaftszweige im gesellschaftlichen Diskurs zu spielen haben, indem sie als die grossen Wissenschaftler-Verbände nur die biotechnologische Perspektive vetreten, ohne dies deutlich zu machen.

- sie machen damit erhebliche Fragen deutlich, die in Zukunft an die gesellschaftliche Rolle und das Selbstverständnis der Wissenschaften zu stellen sind.

 

Den vollständigen Text der Stellungnahme der Sektion für Landwirtschaft finden Sie hier: