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Projekt IIEntwicklung einer organismischen Ökonomik
Einleitung Wenn heute von der "Ökonomisierung" der Gesellschaft gesprochen wird, der jeweilige "Nutzen" im Vordergrund steht und zum (alleinigen) Maßstab für die Existenzberechtigung einer Sache genommen wird, ob sie "sich rechnet" und die vordergründige Effizienz zu einem quasi religiösen gesellschaftlichen Mantra erhoben wird, drohen Innenstädte zu veröden und Landschaften "maschinengerecht" zu werden. Dabei verschwimmen zunehmend die Grenzen, ob Wirtschaft dem Menschen zu dienen hat oder eher das Umgekehrte der Fall ist. Es erscheint in diesem Zusammenhang wesentlich, mit welchen ökonomischen Vorstellungen auf die Welt geblickt wird. In der Landwirtschaft des 20. Jahrhundert hat sich im Zuge ihrer Industrialisierung zunehmend eine Ökonomik der Kostenminimierung durchgesetzt, die letztlich einer immer weiteren Desintegration und Spezialisierung der Landwirtschaft Vorschub geleistet hat. Dass die Landwirtschaft heute inklusive vor- und nachgelagerter Bereich mit 13% zum Klimawandel und weltweit zum Umkippen der Gewässer beiträgt ist eine Seite dieser Entwicklung. Durch die Kombination zweier Grundgedanken Rudolf Steiners -- Landwirtschaft als eine Art Individualität (und Organismus) aufzufassen und die Grund- und Boden- bzw. Eigentumsfrage neu zu greifen -- sind eine ganze Reihe sehr vielfältiger biologisch-dynamischer Höfe entstanden. Das besondere Merkmal ist hierbei die Gliederung der landwirtschaftlichen Erzeugung in verschiedene Verantwortungsbereiche, u.a. Ackerbau, Viehhaltung, Gartenbau, Bäckerei. Diese einzelnen Betriebszweige sind einerseits selbständig, andererseits eng miteinander verflochten. Diese Bedingungen rufen nach einer betriebsökonomischen Darstellung (Buchführung), die dieser besonderen "Arbeitsteilung nach innen" gerecht wird. Mit dem Konzept der "Organismischen Ökonomik" soll diesen Bedingungen besser entsprochen werden. Projektziel Ausgehend von der Betriebsökonomik eines vielfältigen, landwirtschaftlichen Betriebs sollen bis in die konkrete Buchhaltung hinein Zahlen in ein Verhältnis gesetzt werden, das die Intentionen der Menschen und die Betriebsrealität abbildet. Dafür gilt es adäquate betriebswirtschaftliche Modelle (Konzepte der Zuordnung und Wechselwirkung einzelner Betriebszweige etc.) zu entwickeln. Ausgehend von dieser Pionier-Erfahrung wäre das erarbeitete Konzept auf weitere Betriebe als Praxistest anzuwenden. In einem weiteren Schritt wird zu schauen sein, ob sich aus den gewonnenen Erfahrungen gewisse "Gesetzmässigkeiten" für nachhaltiges Wirtschaften ergeben. Zuletzt wäre das Konzept für die Beratung und Lehre aufzuarbeiten.
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